Die Therese-von-Bayern-Schule ist als Universitätsschule in die Ausbildung von Studierenden der Wirtschaftspädagogik (Master-Studium) an der Ludwig-Maximilians-Universität München eingebunden. Studierende arbeiten dabei in Kooperation mit Lehrkräften an zentralen Fragestellungen der beruflichen Bildung.

Zielsetzung

Mit dem Projekt Universitätsschule soll eine optimale Vernetzung von Studium und Schule, Theorie und Praxis erreicht werden.
Auf der einen Seite wird die Ausbildung der Studierenden der Wirtschaftspädagogik praxisnäher gestaltet, auf der anderen Seite werden wissenschaftliche Forschungen betrieben, die sogleich Anwendung in der Praxis finden. Dies führt zu einer vermehrt wissenschaftlich basierten Unterrichtsgestaltung. Unserer Schule ist es dadurch möglich, auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand der Pädagogik zu bleiben. Das Konzept der Universitätsschule ist für beide Seiten – Studierende und Lehrkräfte – bereichernd. Daneben geben die Kontakte zur Universität unseren Schülerinnen und Schülern einen frühen Einblick wie Theorie und Praxis vernetzt werden können.

Umsetzung

Im Rahmen der Seminare Theory meets Practice I und II (mit Schulpraktischen Studien) werden an der Therese-von-Bayern-Schule zwei Studentengruppen pro Schuljahr von einer Lehrkraft (= Mentor) betreut.

Theory meets Practice I:
In der Veranstaltung erarbeiten die Studierenden theoretisches Wissen und Beobachtungskriterien für ausgewählte Lehrerbildungsstandards. Durch eine aktive Teilnahme am Unterricht beobachten, erforschen und erproben die Studierenden die Standards in der realen Unterrichtspraxis. Dabei werden sie von den Mentoren unterstützt und angeleitet. Im Fokus von Theory meets Practice I steht das übergreifende Lehrerverhalten wie z. B. Klassenmanagement, Aktivierung von Lernprozessen, Umgang mit Diversity etc. Die gewonnenen Erfahrungen werden gemeinsam mit Lehrkräften (Mentoren) und den Dozierenden der Universität diskutiert und reflektiert.
Bei den Schulpraktischen Studien planen und gestalten die Studierenden Unterricht. Sie setzen ausgewählte Unterrichtssequenzen um und reflektieren die Unterrichtsgestaltung sowie ihren eigenen Einsatz gemeinsam mit dem Mentor.

Theory meets Practice II:
Nach der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Handlungsorientierung erfolgt eine Einarbeitung in die Lehrpläne an beruflichen Schulen. Anschließend entwickeln und erproben die Studierenden eigene Unterrichtssequenzen vor dem Hintergrund der Kompetenzorientierung. Während der Praxisphase des Seminars sind die Studierenden an unsere Schule und setzen ihre Projekte, unterstützt von ihrem Mentor, um. Im Rahmen der Abschusspräsentationen werden die Ergebnisse des Seminars zusammengetragen und kritisch reflektiert.

Ausgewählte aktuelle Projektthemen

• Aufgreifen zentraler Fragestellungen und Probleme der gegenwärtigen Praxis beruflichen Unterrichts
• Entwicklung eines Analysetools zur Beobachtung ausgewählter Lehrerbildungsstandards (u. a. Classroom Management)
• Kritische Reflexion und Diskussion ausgewählter Lehrerbildungsstandards
• Handlungs- und Kompetenzorientierung im Unterricht

Ausgewählte abgeschlossene Projektthemen an unserer Schule

• Didaktische Jahresplanung für den BWR-Unterricht
• Entwicklung und Messung einer Rechnungswesen-Kompetenz
• Wirtschaftsinstrumentelles Rechnungswesen in BWR
• Beobachtung von kulturgesteuertem Lernen und Lehren
• Optimierung des Zeitmanagements im Seminar
• Förderung von Lernstrategien: Einführung eines Reflexionsheftes zur Prüfungsvorbereitung in BWR
• Untersuchung zur Lernmotivation anhand der Bedingungen für selbstbestimmt motiviertes Lernen

Universitätsschule aus Sicht der Mentoren

Die Zusammenarbeit mit der Universität ist für uns eine Bereicherung:
Für unsere Schule relevante und interessante Themen werden von den Studierenden aufgegriffen, die Studierenden bringen mit dem Projekt neue Ideen und Impulse an die Schule, Unterricht und Problemstellungen werden vor dem Hintergrund der Kompetenzorientierung intensiv diskutiert und reflektiert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an der Schule multipliziert und von Kolleginnen bzw. Kollegen aufgegriffen. Der Kontakt zum Lehrstuhl bietet außerdem interessante Fortbildungen im Universitätsforum.

Susanne Reimer

 

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